Potsdam, 26.04.2021

Mit den ironisch satirischen Videoclips werden die seit mehr als einem Jahr andauernden Corona-Maßnahmen künstlerisch thematisiert.

Mit kurzen Videos hat eine Gruppe von rund 50 Schauspielern, darunter Jan Josef Liefers, Volker Bruch, Martin Brambach, Richy Müller u.v.a., ironisch, teils sarkastisch auf Missstände und Absurditäten in Zeiten der Corona-Krise aufmerksam gemacht.

Den Künstlern wurde daraufhin in Medien und von Kollegen unterstellt, mit ihren Videoclips eine Allianz mit Rechtsradikalen und Querdenkern, mit AfD-Politikern und Verschwörungstheoretikern eingegangen zu sein.

Alexander Frey, Vorstand des Landesverbands dieBasis Brandenburg, hält dagegen und fordert eine Öffnung des Debattenraums sowie einen unvoreingenommenen Austausch mit den Künstlern. „Die Schauspieler haben berechtigte Existenzängste. Nur ein kleiner Teil ist prominent und wirtschaftlich abgesichert. Viele hatten seit einem Jahr kein Engagement mehr. Eine Perspektive auf eine baldige Änderung ist nicht in Sicht“, so Frey.

Ähnlich äußerte sich der Bundesverband Schauspiel e.V., der zu der Protestaktion mitteilte: „Zwei Drittel bis drei Viertel von uns leben von Gastverpflichtungen an Theatern, die aktuell nicht oder kaum arbeiten können.“ dieBasis fordert laut Frey eine sachliche Auseinandersetzung. Gerade das sei schwierig, etwa wenn der WDR-Rundfunkrat Garrelt Duin vorschlägt, die Zusammenarbeit mit den beteiligten Tatort-Darstellern zu beenden. Duin warf den Schauspielern vor, sich leichtfertig in die Nähe von „Querdenkern und anderen Trollen“ begeben zu haben.

Unterstützung erhielten die Künstler jedoch von Georg Restle, Moderator des Politmagazins Monitor: „Nicht jeder, der einen neuen Untertanengeist aufs Korn nimmt, ist ein ‚Querdenker‘ oder ‚nimmt Tausende Tote in Kauf‘. Wir sollten aufhören, uns gegenseitig in Ecken zu treiben, aus denen keiner mehr rauskommt.“

Der Landesvorstand dieBasis Brandenburg unterstützt die Protestaktion der Schauspieler. Die von vielen als unverhältnismäßig kritisierten Corona-Maßnahmen treffen auch Künstler sehr hart. „Die mit Ironie und Witz gekonnt vorgetragene Kritik ist durchaus legitim. Und künstlerische Freiheit war stets eine wichtige Säule unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft“, so Frey in seiner Stellungnahme.

Links:
https://diebasis-partei.de/
https://allesdichtmachen.de/
https://www.bffs.de/2021/04/23/statement/
https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/nach-kritik-an-der-corona-politik-hass-angriffegegen-
die-kritischen-schauspiele-76165642.bild.html